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Filmreihe "Grenzenlos - Mensch und Umwelt in einer globalisierten Welt"

Folgende Filme sind Teil der Filmreihe "Grenzenlos - Mensch und Umwelt in einer globalisierten Welt":

100% BAUMWOLLE
Inge Altemeier, Deutschland 2003
Baumwolle ist der natürlichste und meist genutzte Rohstoff für unsere Textilien. Unsere Kleiderschränke und Warenhäuser sind gefüllt mit ihnen. Keiner sieht dem Weißen Gold an, dass bei seiner Produktion in Drittweltländern Unmengen von Pestiziden eingesetzt werden, die in Europa längst verboten worden sind. Und das Gift kommt zurück. Denn auch in unseren Baumwolltextilien, die wir auf der Haut tragen, finden Wissenschaftler immer wieder Rückstände von Pestiziden und gesundheitsschädlichen Stoffen.
Der Baumwollbauer Annand in Indien versprüht schon seit Jahren die hoch giftigen Pestizide. Mittlerweile leidet er unter Lähmungserscheinungen und einer tauben Zunge; genauso wie die Textilarbeiterinnen in Tirrupur. Auch die Anzahl von Fehl- und Missgeburten häufen sich bei den indischen Baumwollbauern. Über 300 haben sich schon umgebracht. Alle waren bei Pestizid-Händlern hoch verschuldet. Um die Schädlinge zu stoppen, hatten sie immer größere Mengen teurer Gifte der Firma Bayer, Höchst und Ciba Geigy auf ihre Felder gesprüht. Doch das Gift wirkt nicht mehr gegen die Resistenzen der Insekten. Sie vernichten weiter die Ernten. Trotzdem wird das schmutzige Geschäft mit dem Gift nicht gestoppt. Die Pestizidproduktion der europäischen Pharmakonzerne vernichtet in Gujarat ganze Landstriche und die Lebensgrundlage tausender Menschen. Einziger Ausweg aus dem Teufelskreis: Biobaumwolle.

THE MANY FACES OF MADNESS
DER WAHNSINN HAT VIELE GESICHTER
Amar Kanwar, Indien 2000
Indien - ein Land, dessen Natur vielerorts bedroht ist. Dieser Film wirft einen hintergründigen Blick auf die Auswirkungen von Globalisierung und Industrialisierung auf einer beeindruckenden Reise durch Indien. Er nimmt den Zuschauer mit an verschiedene Plätze dieses Landes und beleuchtet die Folgen von chemischer Verschmutzung, Abholzung und Biopiraterie. Aber er erzählt auch Geschichten der Möglichkeiten, von der traditionellen Nutzung des Regenwassers beispielsweise oder vom Schutz der Wälder durch lokale Gemeinschaften. THE MANY FACES OF MADNESS beschreibt eine fast alltäglich gewordene Realität der Zerstörung und versucht zu deren Ursachen und Handlungsmöglichkeiten durchzudringen.

SURPLUS – TERRORIZED INTO BEING CONSUMERS
Erik Gandini, Schweden 2003
Der Globalisierungskritiker John Zerzan hält den TV-Werbespot für die mächtigste Kommunikationswaffe, die der Mensch jemals erfunden hat. Mit Hilfe des Fernsehens fordert die globale Wirtschaft immer mehr Konsum und überschwemmt uns mit Glücksverheißungen. Doch warum führt das Privileg des Konsums nicht automatisch zu mehr Glück? Woher kommt all die Leere trotz unseres Wohlstands?
Gedreht u.a. in den USA, Indien, China, Schweden und Kuba versucht der Film eine emotionale Herangehensweise an das Thema Konsum und Globalisierung. Regisseur Erik Gandini prangert eine Welt an, in der ein Fünftel der Bevölkerung vier Fünftel der natürlichen Rohstoffe verbraucht. Er verwendet dabei dieselben Techniken wie die Fernsehwerbung: Collagen aus Bildern und Tönen, die sich ständig wiederholen. Slogans wie "Die Leute kaufen nicht" und "Ich mag dieses Unternehmen" werden Aussagen von Bush, Berlusconi, Chirac, Putin und Castro gegenübergestellt. Eingestreut werden Bilder der Verschwendung in unserer modernen Konsumgesellschaft. Dazwischen äußern sich Weltbürger von heute: ein Hersteller aufblasbarer Puppen bester Qualität, ein Internet-Millionär, für den Geldausgeben eine täglich wiederkehrende Arbeit darstellt, und eine arme Kubanerin, die vom Überfluss in den westlichen Ländern entsetzt ist. In großartigem Zusammenspiel von Bild und Musik geht der Film der Frage nach, ob Freiheit nur noch daraus besteht, aus verschiedenen Produkten auswählen zu können.

DROWNED OUT
Franny Armstrong, Großbritannien 2003
Drei Möglichkeiten: In die Slums gehen, die Umsiedlung akzeptieren, oder in seinem Haus bleiben und ertrinken. Die Menschen in Jalsindhi (Zentralindien) müssen ihre Entscheidung schnell treffen. In den nächsten Wochen wird ihr Dorf in den Fluten des gigantischen Narmada Staudamms untergehen. Die Autorin Arundhati Roy unterstützt den Kampf gegen den Staudamm und stellt kritische Fragen: Wird das Wasser des Staudamms armen Bauern zu Gute kommen oder großen Industriebetrieben? Wie ergeht es den 16 Millionen Menschen, die seit dem Beginn des Staudammprojekts vor 50 Jahren umgesiedelt wurden? Was hat das mit mir zu tun? DROWNED OUT begleitet die Dorfbewohner von Jalsindhi durch Hungerstreik, Proteste, Polizeibrutalität und ein sechsjähriges Verfahren vor dem Obersten Gericht. Der Film folgt ihnen während sich der Stausee füllt und das Wasser zu steigen beginnt.
Über drei Jahre gedreht erzählt DROWNED OUT die wahre Geschichte eines Kampfes gegen die Zerstörung von Land, Heimat und Kultur. Diese 75-minütige „no-budget, no-electricity“ Dokumentation wurde bereits von mehr als 14 Millionen Menschen weltweit gesehen.

DIE ZUKUNFT DES WASSERS (DER DURSTIGE PLANET)
Henning Hesse/Martin Fensch, Deutschland 2003, Produzent: Deutsche Welle TV
Über 1 Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und Tag für Tag sterben Tausende, die meisten davon Kinder, an den Folgen verschmutzten Wassers. Die Vereinten Nationen möchten diese Zahlen bis zum Jahr 2015 wenigstens halbieren - ein "Millennium Goal", das kaum ein Experte für realistisch hält. Dabei liegt die Lösung der Wasserkrise in unserer Hand. Und gut durchdachte Lösungen würden gleichzeitig Hunger und Krankheit, Armut und soziale Ungerechtigkeit bekämpfen.  Wie aber das "Jahrtausendproblem" angehen? Wissenschaft und Technik bieten Lösungen an gegen Wasserknappheit und -verschmutzung: Entsalzungsanlagen, "Nebelfänger", UV-Entkeimung und vieles mehr. Doch mit Technik allein ist der globale Wassermangel nicht zu überwinden. Die Experten aus den Krisengebieten wissen längst: Nur mit nachhaltigem, d.h. langfristig umwelt- und sozialverträglichem Wassermanagement ist die Krise zu bewältigen. Weltweit finden sich Beispiele, wie Wasserspeicher bewahrt werden, übernutzte Ökosysteme sich wieder erholen, wie Wasser in der Landwirtschaft, Industrie und im Haushalt sparsam eingesetzt werden kann. Immer wichtiger wird künftig die "Trennung der Funktion" werden: Welches und wieviel Wasser benötigt man für welchen Zweck? Das Rezept der Experten lautet: Wir brauchen keine Wunder, wir brauchen ein Umdenken. Wichtige Voraussetzungen für ein neues "Wasser-Bewusstsein" sind eine bessere Bildung der Bevölkerung, Schulungen und Erfahrungsaustausch. Auch die Politiker haben ihren Beitrag zu leisten: Mit einem entschlossenen Klimaschutz wären viele "hausgemachten" Wasserprobleme vermeidbar.
Der Film erzählt von machbaren Visionen: Etwa warum Südafrika das "Jahrtausendziel" tatsächlich erfüllen kann -  und das nicht erst 2015, sondern voraussichtlich schon 2008. Oder wie die Menschen der trockensten Gegend Indiens ihr Land und ihr Leben wieder zum Blühen bringen – mit bloßen Händen. Vor allem aber: Wie die Welt vor der einfachen Entscheidung steht zwischen der selbstgemachten Katastrophe und der Lösung der Wasserkrise.

WATER BUSINESS IS GOOD BUSINESS
Sanjay Barnela/Vasant Saberwal, Indien 2004
Trinkwasser ist in Indien ein großes Geschäft. Während sich die urbane Mittelschicht teures Trinkwasser auf dem privaten Markt leisten kann, wird die öffentliche Versorgung der armen Stadtteile und der ländlichen Gebiete zunehmend schwierig. Die Ursache für die sich verschlimmernde Wasserkrise in Indien liegt nicht nur im steigenden Bedarf und knapper werdenden Ressourcen, sondern auch in einer ungleichen Verteilung dieses lebenswichtigen Gutes. Die langfristige Lösung liegt nicht in Mega-Projekten mit ihren ökologischen und sozialen Folgen, sondern in einer grundlegenden Veränderung der Nutzung und Verteilung von Wasser.

SHIPBREAKERS
Michael Kott, Kanada 2004
Lähmend und zugleich fesselnd entführt „Shipbreakers“ den Zuschauer mitten in das Herz von Alang, einer pulsierenden indischen Barackenstadt, in der 40.000 Menschen unter primitivsten Bedingungen leben und arbeiten. Seit den frühen achtziger Jahren werden die rostigen Wracks von Tausenden der größten Schiffe der Welt an die abgelegenen Strände von Alang geschleppt, um dort Stück für Stück auseinandergebaut zu werden. Die Besitzer der Schiffe, die die Wracks zu Verschrottung verkaufen, kümmern sich selten um die Einhaltung der UN-Basel-Konvention, die die Verschiffung von derartigem Abfall verbietet. Im Schnitt stirbt etwa ein Arbeiter pro Tag, zum Teil durch Explosionen oder Stürze, häufig aber auch an Krebs, verursacht durch Asbest, PCB und andere giftige Stoffe.
„Shipbreakers“ fängt mit dieser eindrucksvollen Schilderung sowohl die geheimnisvolle Schönheit der Schiffswracks als auch die miserablen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter ein, in denen der Einfallsreichtum der Dritten Welt auf die globale Ökonomie des 21. Jahrhunderts trifft.

LEBEN AUSSER KONTROLLE
Bertram Verhaag/Gabriele Kröber, Deutschland 2004
Mitte der 80iger Jahre findet die Wissenschaft mit der Gentechnologie den Schlüssel, sich die Erde und vor allem ihre Geschöpfe endgültig untertan zu machen. Plötzlich scheint alles möglich! 20 Jahre später begibt sich der Film auf eine Weltreise um die fortschreitende Genmanipulation bei Pflanzen, Tieren und Menschen zu erkunden: Wegen einer katastrophalen Ernte bei gentechnisch veränderter Baumwolle stehen viele indische Bauern vor dem Ruin, verkaufen eine Niere oder begehen Selbstmord. In Kanada weht genmanipulierter Rapssamen auf die Felder benachbarter Biobauern und macht damit ökologischen Anbau unmöglich. Das isländische Parlament verkauft das gesamte Genpotenzial seiner Bevölkerung an eine private Firma, die die Daten wiederum gewinnbringend an die Pharmaindustrie und Versicherungen weiterverkaufen will. Als “Vampirprojekt" wird ein Forschungsprojekt bezeichnet, bei dem 700 sogenannten aussterbenden Völkern- unter dem Vorwand gesundheitlicher Vorsorge- Blut-, Haar-, und Speichelproben entnommen werden. Die Genproben verschwinden in den Labors der Industrie und sollen wertvolle Patente ermöglichen. Weltweit bieten nur eine Handvoll idealistischer Wissenschaftler der Industrie die Stirn und untersuchen - unabhängig von deren Geld - die Auswirkungen transgener Tiere und Pflanzen auf die Umwelt und auf unsere Gesundheit, wenn wir diese genmanipulierten Lebensmittel zu uns nehmen.

BULLSHIT
Pea Holmquist / Suzanne Khardalian, Schweden 2005
Von ihren Gegnern wird sie „grüner Killer” genannt. Sie verliehen ihr den „Bullshit Award“, weil sie mit ihren Aktivitäten Armut erhalte und fördere. Die TIME bezeichnet sie als Heldin, als „Königin der Anti-Globalisierungs-Bewegung“, als Idol für Jugendliche in der ganzen Welt. Die Rede ist von Vandana Shiva, indische Umweltaktivistin und Atomphysikerin und eine ausgesprochen starke Persönlichkeit.
Dieser Dokumentarfilm begleitet sie zwei Jahre lang auf ihrem Weg von ihrer organischen Farm am Fuße des Himalaya zu den mächtigsten Institutionen der Welt und zeigt die Kämpfe gegen ihre härtesten Gegner: Monsanto, Coca Cola und die WTO. Die wichtigsten Männer Monsantos werden ebenso gezeigt wie Barun Mitra, ein Lobbyist, der einem liberalen „think tank“ angehört und zu den schärfsten Kritikern Vandana Schivas gehört. Ein Film über Globalisierung und Patentrechte, über Genmanipulation, Biopiraterie und das tradierte Wissen der Einheimischen, der auch die Problematik von Selbstmorden unter Bauern als Rückwirkung der Globalisierung anspricht.

HARVESTING HUNGER
HUNGER ERNTEN
Krishnendu Bose, Indien 2001
Über drei Millionen Menschen in Indien haben nicht genug zu essen. Die indische Landwirtschaft wird immer stärker von Großkonzernen und Weltwirtschaft beeinträchtigt. Dies wird die Zahl der Hungernden in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich um mehrere Millionen erhöhen.
Anhand von vier Fallstudien aus unterschiedlichen Regionen Indiens zeigt der Film die zugrundeliegenden Gründe und Strukturen des Hungers und untersucht die zunehmende Krise der Nahrungsmittelsicherung im Land.

LOOKING FOR COAL
Gunnar Walter/Roland Wagner, Deutschland 2005
Der Film beschreibt das Leben der Menschen im ältesten Kohlerevier Indiens, in der Region von Dhanbad in Bihar. Die Anlagen stammen noch aus der britischen Kolonialzeit. Die Arbeiter fördern hier noch mit primitivsten Mitteln und unter unzureichenden Schutzbedingungen die Kohle. Der Film zeigt den Arbeitsalltag der Frauen und Männer, die mit ihren Familien am Existenzminimum leben. Die meisten Menschen sind zu arm, um sich in einer anderen Region eine neue Existenz aufzubauen. Trotz dieser Lebensbedingungen können sich viele von ihnen ihre Würde bewahren. Mit eindrucksvollen Aufnahmen werden archaischen Arbeitszustände im indischen Kohlerevier gezeigt.




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